Bräuche
Das Anstecken der Hochzeitsringe: Wenn der Mann beim Anziehen des Ringes ohne Unterbrechung an dem mittleren Fingergelenk vorbeikommt, bringt ihm das dem Glauben nach Vorteile in der Ehe. Stockt er dabei, so hat die Frau später mehr zu sagen.
Das Reiswerfen unmittelbar nach der Trauung soll dem Brautpaar Fruchtbarkeit schenken.
Zu später Stunde findet bei mancher Hochzeitsfeier eine Versteigerung statt. Gerne sind das die Hochzeitsschuhe oder Assesoires. Dies dient symbolisch dazu dem Brautpaar finanziellen Segen zu verschaffen.
Die Tradition des Bescheid-Tüchleins wird nach wie vor in ländlichen Gebieten Bayerns praktiziert. Hierbei bringt der Gast in einem Tuch seinen Beitrag zur Feier mit um die Familien zu unterstützen. Nach Beendigung der Feierlichkeiten werden in das Tuch Essensreste verpackt und dem Gast mitgegeben.
Traditionellerweise werden auch noch heute Wohnungen der Brautpaare regelrecht verwüstet. Eine Rückkehr in die vertrauten vier Wände wird dann leicht zu einem Schreckenserlebnis. Hintergrund: das Paar wird auf die Probe gestellt und muss sich von Anfang an mit Problemsituationen auseinandersetzen.
Ehename
Traditioneller Weise wird der Name des Mannes übernommen. Doppelnamen sind mittlerweile auch Gang und Gebe. Heutzutage wird auch immer mehr der Name der Frau gewählt. Selbst wenn man sich nicht einig ist - man kann immer noch bis zu 5 Jahre danach eine Einigung durch eine beglaubigte Erklärung erwirken.
Hochzeitsauto
Die laut hupende Hochzeitskarawane macht der Umgebung bewußt, das ein Brautpaar vorbeifährt. Aber mehr noch: dadurch wird das Böse in Form von bösen Geistern vertrieben. Die weißen Bänder an den Antennen der Autos sollem dem Paar Glück und Segen bringen.
Hochzeitskuss
Der Hochzeitskuss ist der Siegel aller Segenswünche die gesagt wurden.
Hochzeitsrede
Diese Ehre kommt in aller Regel dem Vater der Braut zuteil. In einer Ansprache verdeutlicht der Vater den Wechsel des Lebensabschnittes. Zum einen verabschiedet er seine Tochter, zum Anderen heißt er den Bräutigam in der Familie willkommen. Zwar gilt die Rede vor allem dem frisch vermähltem Paar, welches mit Glückwünschen gesegnet wird. Andererseits dient die Rede auch den Eltern, die sich dadurch das Erwachsensein Ihrer Kinder vor Augen führen.
Hochzeitsringe
Bei den alten Germanen war eines klar: sollte ein Ring während der Zeremonie auf den Boden fallen, stirbt derjenige zuerst. Auch heute sagt man, dass ein herunterfallender Ring Unglück bringt. Gleiches gilt bei der Situation des vergessenen Ringes.
Hochzeitstorte
Die Tradition, aus welcher der heutige Brauch der Hochzeitstorte entspringt ist uralt. Berits im alten Rom wurden Plätzchen als ersten von dem Brautpaar verzehrt. Dies war ein starkes Symbol für Fruchtbarkeitswünsche. Die Götter sollten gnädig gestimmt werden und dem Paar viele Kinder schenken. Dies wurde versucht indem Plätzchenkrümel (ähnlich wie mit dem Reis heute) über das Paar gestreut wurde.
Heute dient das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte vor allem als Symbol für die Einigkeit des Paares. Jedoch: Wer die Hand oben hat, hat auch dem Volksglauben nach in der Ehe die Hosen an.
Die Herkunft des mehreren Etagensystems hat einen recht profanen Ursprung: in Großbritannien buk man schon früh mehrere Torten, die dann übereinandergestellt hat. Das Paar mußte dann versuchen, sich über den Turm hinweg zu küssen. Gelang es Ihnen ohne dabei den Kuchen umzuwerfen, waren Ihnen viele Kinder gewiß.
Polterabend
Die Idee hinter dem Polterabend ist einfach das Sprichwort "Scherben bringen Glück" - wobei es unklar ist ob zuerst das Sprichwort oder zuerst der Brauch da war.
Der Polterabend findet in aller Regel vor dem Haus der Braut am Vorabend der Ehe statt. Gepoltert wird meistens mit Tellern, Tassen, Fliessen, Blumentöpfen oder Waschbecken. Dem Brauch nach verboten sind Gläser. Diese bringen traditionell Unglück. Dieses Beispiel zeigt auch wie Bräuche entstehen: zersprungenes Glas aufzukehren ist nahezu unmöglich und die Splitter sind gefährlich. Der Glaube daran, dass gepoltertes Glas Unglück bringt (und die Pflege dieses Brauches) hilft vorbeugend gegen blutige Füße.
Kirchliche Trauung
Früher lag in der Regel zwischen der standesamtlichen Trauung und der kirchlichen nur wenige Stunden. Die kirchliche Trauung ist weit symbolträchtiger als das Ja-Wort im Standesamt. In der Kirche wird durch Lieder und Worte von Gott um Segen, Glück und Harmonie für das Paar gebeten.
Standesamtliche Trauung
Die standesamtliche Trauung ist der offizielle Teil einer Ehe. Zu allererst müßen Sie zu dem Standesamt Ihrer Heimatstadt (egal ob Haupt- oder Nebenwohnsitz). Dies ist auch notwendig wenn Sie an einem anderen Ort heiraten wollen. Danach wird die Ehefähigkeit der beiden Partner geprüft. Hierfür sind teilweise viele Dokumente vorzulegen, besonders bei Zweitehen und von Bürgern ausländischer Nationalitäten. Sind beide Verlobte ehefähig, dürfen Sie innerhalb von 6 Monaten heiraten. Für die Trauung werden Gebühren in der Höhe von 50-130 Euro berechnet.
Trauzeuge / Trauzeugin
Trauzeugen sind zu allererst einmal Personen, welche die Trauung bezeugen können. Seit 1998 ist bei standesamtlicher Trauung keine Anwesenheit mehr Bedingung.
Die Trauzeugen sind aber auch die rechte Hand des Brautpaares. Sie unterstützen das Paar sowohl bei der Vorbereitung als auch während der Zeremonie. Der Trauzeuge bewahrt z.B. die Ringe an einem sicheren Ort auf. Normalerweise organisiert der Trauzeuge den Junggesellenenabschied und die Trauzeugin die Brautparty. Hierbei wird noch einmal so richtig auf die Pauke gehauen. Jedoch tut auch ein Erholungs bzw. Wellnessabend gut!
Alle Angaben sind ohne jede Gewähr.

Zeitplanung für Ihre Hochzeit
10 Monate davor
• Termin aussuchen und festlegen
• Termin bei Standesamt / Kirche vereinbaren
• Sonstige Lokalitäten aussuchen
• notwendigen Dokumente sammeln bzw. beantragen
• Urlaub beantragen
• Eltern Bescheid sagen
9-8 Monate davor
• Trauzeugen benachrichtigen
• Umfang der Feier planen
• Grobe Kostenschätzung auflisten
• Hochzeitsreise aussuchen (eventuell Impfungen nachholen)
• Tanzkurs?
7-6 Monate davor
• Hochzeitsmode (Hochzeitskleid, Hochzeitsanzug) aussuchen
• Entwurf der Gästeliste aufstellen
• Restaurant oder Partyservice testen
• mehrere Angebote einholen für Musik, Foto und Film und vergleichen
5 Monate davor
• kirchliche Trauung mit Pfarrer besprechen (Termine, Musik)
• Standesamtaufgebot bestellen
• Alle Räume und das Menü gebucht?
• ggf. Eheseminar besuchen
• Buchen: Hochzeitsreise, Menü, Showeinlagen
• Einkaufsplan erstellen (Deko, Mode)
• Kostenlise konkretisieren
• zeitlicher Ablauf schriftliche festhalten
• Einladung verschicken
• Geschenkewünsche mitteilen
4 Monate davor
• Aussuchen: Filmer & Fotograf
• Gästeliste spezifizieren & Einladungskarten entwerfen
• Unterkünfte organisieren
3 Monate davor
• Fotograf & Filmer buchen
• Ansprechpartner für Kameramann auswählen (der genau über Ablauf informiert wird)
2 Monate davor
• Friseurtermin
• Polterabend planen & Freunde informieren
• Ringe aussuchen
• Ringkissen für Kirche bestellen
• Hochzeitstorte bestellen
• Einladung verschicken
1 Monate davor
• Kosmetiktermin
• ggf. Feuerwerk organisieren
• Brautkleider und Hochzeitsanzug anprobieren - und ändern lassen
• Absagen in Gästenlise integrieren
• Gästebuch aussuchen
• Alle Buchungen bestätigen lassen
• Alle Deko planen
2 Wochen davor
• Gästeanzahl dem Restaurant melden
• Schuhe einlaufen
• ausgewählten Gästen Aufgaben verteilen (Fotografieren, Gästebuch rumreichen,...)
• Ringe abholen
• Koffer packen
• Termine bestätigen lassen
1 Tag davor
• Garderobe zurechtlegen
• Ringe & Ausweise zurechtlegen
• mindestens zwei Personen bestimmen, die morgen an Ringe und Ausweise erinnern
• sich aufs Poltern einstellen
• Blumen (Deko, Brautautoschmuck & Brautstrauss) abholen
• Genügend Taschentücher einstecken und Anzahl verdoppeln
• versuchen, ruhig zu schlafen
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